Donnerstag, 31. Juli 2008
In Thüringen ist ein Bibliotheksgesetz (das erste in Deutschland) verabschiedet worden. Die Qualität des Gesetzes können andere vermutlich besser beurteilen. Erwähnenswert ist aber, dass die Vermittlung von Informationskompetenz und die Zusammenarbeit mit Schulen als Aufgabe der Bibliotheken in einem Gesetz festgeschrieben sind.
In §3 des Thüringer Gesetzes zum Erlass und zur Änderung bibliotheksrechtlicher Vorschriften – Thüringer Bibliotheksrechtsgesetz (ThürBibRG) – vom 16. Juli 2008 heißt es:
Bildung und Medienkompetenz
Bibliotheken sind Bildungseinrichtungen und als solche Partner für lebenslanges Lernen. Sie sind Orte der Wissenschaft, der Begegnung und der Kommunikation. Sie fördern Wissen und gesellschaftliche Integration und stärken die Lese-, Informations- und Medienkompetenz ihrer Nutzer durch geeignete Maßnahmen sowie durch die Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen.
Den vollständigen Gesetzestext gibt es auf den Seiten des Landes Thüringen (PDF Seite 243).
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Mittwoch, 9. Juli 2008
Der hessische Lahn-Dill-Kreis hat in den letzten drei Jahren dafür gesorgt, dass seine Schulen flächendeckend (!) mit Schulbibliotheken ausgestattet werden. Dafür wurden im Rahmen des IMeNS-Verbundes bestehende Schulbibliotheken neu organisiert und an Schulen, die bisher ohne Schulbibliothek auskommen mussten, neue gegründet. Dabei wurden von Anfang an Qualitätsstandards festgelegt, die wirksame schulbibliothekarische Arbeit ermöglichen sollen.
Ein ausführlicher Bericht ist in Heft 1/2008 der Zeitschrift B.I.T.online, auf Seite 39-45 erschienen.
Die Autorinnen ziehen ein positives Fazit:
„In dieser Zeit ist es allen Beteiligten gelungen, schon in mehr als der Hälfte aller Schulen die Bibliotheksarbeit und damit auch die Fördermöglichkeiten von Lese- und Informationskompetenz auf ein qualitativ höheres Niveau zu heben und kreisweit auch quantitativ einen beachtlichen Zuwachs an Schulbibliotheken zu erreichen.“ (S. 45)
Dem Aufruf am Schluss kann man sich nur anschließen: „Nachahmer sind erwünscht.“
IMeNS-Verbund: http://imens.lahn-dill-kreis.de
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Donnerstag, 24. April 2008
Die allgemein verbreitete Annahme, dass gerade „die junge Generation“, die mit dem Computer aufgewachsen ist, besonders gut mit dem Internet umgehen könne, erweist sich häufig als falsch. Zwar kann diese Generation rein technisch gesehen tatsächlich gut mit der Informations- und Kommunikationstechnik umgehen. Um informationskompetent zu sein, bedarf aber weitaus mehr. Dazu zählen Suchstrategien (nicht nur im Internet), die Fähigkeit Informationen auf Verlässlichkeit zu überprüfen, das richtige Interpretieren (sprich: Lesen) der gefunden Informationen und die sinnvolle Auswertung und Weiterverarbeitung.
In Heft 3/2008 der Zeitschrift Forum Bibliothek und Information (BuB) findet sich ein Hinweis auf eine Studie zur „Generation Google“. Diese
sei zwar fit am Computer, aber keineswegs fit in Sachen Informationsbeschaffung.
Eine Erfahrung vieler Lehrer und Bibliothekare wird somit auf eine wissenschaftliche Basis gestellt. Die Studie wurde vom“Joint Information Systems Committee“ (JISC) durchgeführt und ist als PDF-Datei abrufbar. In der Selbstbeschreibung des Komitees heißt es:
JISC is an independent advisory body that works with further and higher education by providing strategic guidance, advice and opportunities use to use ICT to support learning, teaching, research and administration.
Zu den Auftraggebern der Studie zur „Generation Google“ zählt auch die Britsh Library.
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Dienstag, 19. Februar 2008
Bei der Diskussion um die Verlässlichkeit der Wikipedia gibt es manchmal kuriose Begebenheiten. Folgender Screenshot entstand am 18. Februar 2008 (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

Dass der Artikel zum Thema „Quellenangabe“ auf Grund schlechter – nun ja – Quellenangaben mit einer Warnmarkierung kennzeichnet wird … Fällt einem da was zu ein? Ist das jetzt eine Zeichen für die schlechte Qualität der Wikipedia (weil ja offensichtliche Quellen fehlen)? Oder für die gute Qualität (weil ja explizit auf fehlende Angaben hingewiesen und dazu ermuntert wird zu recherchieren)?
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Freitag, 30. November 2007

… das glauben einer heute veröffentlichten Studie zufolge 26 Prozent der Jugendlichen in Deutschland.
Die JIM-Studie untersucht bereits seit 1998 den Umgang Jugendlicher mit Medien. Dabei wurden im Auftrag des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest in diesem Jahr mehr als 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren befragt. Der diesjährige thematische Schwerpunkt lag auf der Nutzung von Web 2.0 Angeboten. Zum Web 2.0 werden Dienste wie Wikipedia, flickr, YouTube oder Weblogs gezählt, die jedem Internetnutzer die Publikation eigener Inhalte (Texte, Fotos, Videos, …) ermöglichen.
Zur Informationskompetenz sollte in der Befragung die oben genannte Aussage (siehe Seite 48 ) bewertet werden. Es zeigte sich, dass das bedingungslose Vetrauen in die Verlässlichkeit der im Internet veröffentlichten Inhalte mit steigendem Alter abnimmt – anders gesagt: die Jugendlichen werden kritischer je älter sie sind; in der Gruppe der 18 bis 19 sind es aber immer noch 15 Prozent. Einfluss auf die Fähigkeit zur Überprüfung hat auch das Bildungsniveau: Während 35 Prozent der Hauptschüler Informationen aus dem Internet ungeprüft vertrauen, sind es bei den Realschülern noch 30 Prozent. In der Studie heißt es weiter:
bei den Gymnasiasten sind es zwar deutlich weniger, mit 20 Prozent aber auch hier zu viele.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Die komplette Studie gibt es hier (PDF).
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Donnerstag, 29. November 2007
Wer geglaubt hat, dass die Vereinigten Staaten bei der Vermittlung von Informationskompetenz eine Vorreiterrolle inne haben, der hat sich getäuscht. Das zumindest lässt eine aktuelle Meldung aus mehreren amerikanischen Schulen vermuten. Dort hat man das Problem Wikipedia erkannt: Schüler übernehmen ungeprüft Texte aus der online Enzyklopädie und geben sie als eigene Arbeiten aus. Zur Lösung des Problems haben einige Schulen den Zugriff auf Wikipedia nun blockiert, schreibt derStandard.at.
TechRepublic ergänzt, dass Wikipdia aus Sicht der Lehrer „zu einfach zu nutzen sei“. Damit wird ein großer Vorteil der online und frei verfügbaren Informationen zum Nachteil erklärt.
Natürlich, Informationen dürfen nicht ungeprüft übernommen werden oder gar wörtlich abgeschrieben werden. Und natürlich enthält auch die Wikipedia immer mal wieder falsche oder widersprüchliche Informationen. Doch mit der erfolgten Zensur oder einem Verbot der Wikipedia für schulisches Arbeiten ist keinem geholfen. Das Problem ist nämlich nicht die Wikipedia, sondern die Informationskompetenz der Schüler: Das Überprüfen und Hinterfragen von Informationen muss so selbstverständlich werden wie die Tastenkombinationen Strg+C und Strg+V.
Und der Wahnsinn geht noch weiter: Ausgerechnet eine Schulbibliothekarin beklebt die Computer der Schulbibliotheken mit „Just Say ‘No’ to Wikipedia“-Aufklebern! Etwas mehr Kreativität hätte man sich schon gewünscht …
Glücklicherweise wird das Thema hier wie dort heftig diskutiert:
http://www.profy.com/2007/11/28/schools-move-to-ban-wikipedia-as-unverified-reference/
http://blog.seattlepi.nwsource.com/chalkboard/archives/126657.asp
http://derstandard.at/Text/?id=3129549&_view=forum
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Samstag, 24. November 2007
Der Dissertation von Tina Schorr liegt u.a. die Annahme zu Grunde, dass
die Effektivität der … häufig eingesetzten Internetführerscheine anzuzweifeln ist. Solche Internetführerscheine sind nämlich meist durch eine starke Technikorientierung gekennzeichnet, welche zu Lasten der – aus psychologischer Sicht entscheidenden – Wissensvermittlung zum kompetenten Umgang mit Informationen geht.
Zwar wird der Begriff „Informationskompetenz“ in der Arbeit nicht explizit genannt – das Konzept, das hinter dem dort beschriebenen Informationsprozess im WWW steht, lässt sich dennoch darauf zurückführen (S. 87):
- Definition des Informationsproblems
- Suche nach geeigneten Informationsquellen
- Beurteilung gefundener Informationen nach Relevanz und Qualität
- Verarbeitung von Informationen
- Organisation und Präsentation von Informationen
Schorr, Tina: Kompetente Informationssuche im World Wide Web. Entwicklung und Evaluation eines Webtrainings für Schüler / von Tina Schorr, 2005. – XIII, 360 S. Ill., graph. Darst. & 1 CD-ROM
Tübingen, Univ., Diss., 2005
Die Dissertation ist abrufbar unter: http://w210.ub.uni-tuebingen.de/dbt/volltexte/2005/1990/
Das Webtraining für Schüler (Präsentationsfolien) findet sich unter: http://www.tinaschorr.de/KIS-WEB/index.htm
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Freitag, 23. November 2007

Immer wieder wird von innovativen Schulprojekten berichtet. Aber wie sieht sie aus, die perfekte Schule? Auf diese Frage gibt es natürlich keine allgemeingültige – geschweige denn allgemein anerkannte – Antwort. Dennoch fällt auf, dass eine funktionierende Schulbibliothek immer wieder als Voraussetzung genannt wird.
Ein Beispiel aus Salzburg vom „Akademischen Gymnasium auf dem Rainberg„:
Es gibt zudem eine große und hervorragend bestückte Bibliothek mit Internetzugang, zugänglich für alle Benutzer. Die Bibliothek wird elektronisch verwaltet (Katalog, Ausweis) und aus dem Bibliotheksbudget regelmäßig erweitert.
Besonders wichtig scheint mir der letzte Punkt: die gute finanzielle Ausstattung, die eine nachhaltige Schulbibliothek ermöglicht. Denn mit einer einmaligen Finanzspritze ist es nicht getan …
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Freitag, 16. November 2007

Es kommt ja recht selten vor, dass Bibliotheken Thema in den Medien sind. Deutschlandradio Kultur macht eine Ausnahme und berichtet kurz über schlechte Ausstattung und schwierigen Stand der Schulbibliotheken in unserem Land. Leider wird auch in diesem Bericht die nicht zu beweisende Zahl von 15 Prozent der Schulen, die angeblich eine Schulbibliothek haben sollen wiederholt:
Nur wenige Schulen (etwa 15 Prozent) haben Bibliotheken, und nicht alle davon verdienen den Namen.
Ein wirklicher Beleg für diesen Prozentsatz wird – mal wieder – nicht geliefert. Dabei gibt es die alte journalistische Regel, die besagt, dass jede Information aus zwei voneinander unabhängigen Quellen belegt werden soll. Es scheint Deutschlandradio Kultur da ähnlich zu gehen wie den Fachleuten: Die einmal in die Welt gesetzte Zahl überlebt nun schon seit mehreren Jahren – und einer schreibt sie vom anderen ab …
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Donnerstag, 23. März 2006

Meine Diplomarbeit untersucht, welche Rolle Schulen bei der Entwicklung von Informationskompetenz spielen können. Ergebnis ist ein Unterrichtsmodell für Schüler der gymnasialen Oberstufe. Ausgehend von der Definition der Informationskompetenz werden zunächst die Angebote von Schulbibliotheken, Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken zur Vermittlung von Informationskompetenz an Schüler untersucht. Erfolgversprechende Konzepte, die diesen Schulungen zugrunde liegen, werden genauer betrachtet. Die dokumentierte Durchführung einer Rechercheeinführung für Schüler in Vorbereitung auf die Facharbeit liefert weitere, praxisbezogene Anhaltspunkte.
Der zweite Teil der Arbeit umfasst das eigentliche Unterrichtsmodell zur Vermittlung von Informationskompetenz. Nach ausführlichen Vorüberlegungen zu materiellen und didaktischen Fragen folgen schließlich konkrete Vorschläge für einzelne Unterrichtseinheiten. Die Arbeitsblätter im Anhang der Arbeit geben Anregungen zur Gestaltung von Unterrichtsmaterialien.
Unterrichtsmodell zur Entwicklung von Informationskompetenz bei Schülern der gymnasialen Oberstufe / vorgelegt von Andreas Klingenberg. – Hannover, 2005. – 107 Bl. : graph. Darst.
Hannover, Fachhochsch., Dipl.-Arb. : 2005
Die Arbeit wurde veröffentlicht in: Neues für Bibliotheken, Neues in Bibliotheken / hrsg. von Rolf Fuhlrott … – Wiesbaden : Dinges & Frick, 2006. – 178 S. : graph. Darst. – (B.I.T. online : Innovativ ; 12)
ISBN 3-934997-14-7
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