Schulbibliotheken in Berlin

Mittwoch, 16. April 2008

Sony Center, BerlinDie Frage, wieviele Schulbibliotheken es in diesem Lande gibt, ist noch immer unbeantwortet. Zu diesem Thema liefert Karsten Schuldt in seinem Weblog „Bibliotheken als Bildungseinrichtungen“ neue, sachdienliche Hinweise. Er hat zum zweiten Mal (nach 2006) anhand der auf den Schulhomepages erwähnten Bibliotheken eine Bild der Berliner „Schulbibliothekslandschaft“ gezeichnet. Schuldt stellt fest, dass zum Teil durch die geforderten Schulprogramme das Thema Schulbibliothek häufiger aufgegriffen wurde als noch vor zwei Jahren:

Wohl eher durch den Zwang zum Schulprogramm schreiben und weniger wegen einem veränderten Engagement lautet die Gesamtzahl nun 17,4%. 139 von 800 Schulen in Berlin geben an, eine Schulbibliothek zu besitzen.

Das entspricht der Größenordnung von 15% der Schulen, die über eine Schulbibliothek verfügen, wie sie in der Literatur immer wieder anzutreffen ist. Schuldt stellt weiter fest, dass es einen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg, aber eben auch zwischen sozialer Herkunft und Zugang zu Schulbibliotheken gibt.

Über den konkreten Beitrag hinaus ist dieses Weblog, das Schuldt im Rahmen und als Begleitung seiner Promotion führt, sehr zu empfehlen. Es liefert zahlreiche, fundierte Hintergründe zum Thema Bildung in Bibliotheken und hinterfragt scheinbar bekannte Sachverhalte kritisch.


Schulbibliotheken in Deutschland

Freitag, 16. November 2007

15prozent.jpg

Es kommt ja recht selten vor, dass Bibliotheken Thema in den Medien sind. Deutschlandradio Kultur macht eine Ausnahme und berichtet kurz über schlechte Ausstattung und schwierigen Stand der Schulbibliotheken in unserem Land. Leider wird auch in diesem Bericht die nicht zu beweisende Zahl von 15 Prozent der Schulen, die angeblich eine Schulbibliothek haben sollen wiederholt:

Nur wenige Schulen (etwa 15 Prozent) haben Bibliotheken, und nicht alle davon verdienen den Namen.

Ein wirklicher Beleg für diesen Prozentsatz wird – mal wieder – nicht geliefert. Dabei gibt es die alte journalistische Regel, die besagt, dass jede Information aus zwei voneinander unabhängigen Quellen belegt werden soll. Es scheint Deutschlandradio Kultur da ähnlich zu gehen wie den Fachleuten: Die einmal in die Welt gesetzte Zahl überlebt nun schon seit mehreren Jahren – und einer schreibt sie vom anderen ab …