Wikipedia und die Verlässlichkeit der Quellen

Dienstag, 19. Februar 2008

Bei der Diskussion um die Verlässlichkeit der Wikipedia gibt es manchmal kuriose Begebenheiten. Folgender Screenshot entstand am 18. Februar 2008 (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

Quellenangabe bei Wikipedia

Dass der Artikel zum Thema „Quellenangabe“ auf Grund schlechter – nun ja – Quellenangaben mit einer Warnmarkierung kennzeichnet wird … Fällt einem da was zu ein? Ist das jetzt eine Zeichen für die schlechte Qualität der Wikipedia (weil ja offensichtliche Quellen fehlen)? Oder für die gute Qualität (weil ja explizit auf fehlende Angaben hingewiesen und dazu ermuntert wird zu recherchieren)?


„Was im Internet steht, hat vorher jemand auf die Richtigkeit überprüft.“

Freitag, 30. November 2007

JIM-Studie 2007

… das glauben einer heute veröffentlichten Studie zufolge 26 Prozent der Jugendlichen in Deutschland.

Die JIM-Studie untersucht bereits seit 1998 den Umgang Jugendlicher mit Medien. Dabei wurden im Auftrag des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest in diesem Jahr mehr als 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren befragt. Der diesjährige thematische Schwerpunkt lag auf der Nutzung von Web 2.0 Angeboten. Zum Web 2.0 werden Dienste wie Wikipedia, flickr, YouTube oder Weblogs gezählt, die jedem Internetnutzer die Publikation eigener Inhalte (Texte, Fotos, Videos, …) ermöglichen.

Zur Informationskompetenz sollte in der Befragung die oben genannte Aussage (siehe Seite 48 ) bewertet werden. Es zeigte sich, dass das bedingungslose Vetrauen in die Verlässlichkeit der im Internet veröffentlichten Inhalte mit steigendem Alter abnimmt – anders gesagt: die Jugendlichen werden kritischer je älter sie sind; in der Gruppe der 18 bis 19 sind es aber immer noch 15 Prozent. Einfluss auf die Fähigkeit zur Überprüfung hat auch das Bildungsniveau: Während 35 Prozent der Hauptschüler Informationen aus dem Internet ungeprüft vertrauen, sind es bei den Realschülern noch 30 Prozent. In der Studie heißt es weiter:

bei den Gymnasiasten sind es zwar deutlich weniger, mit 20 Prozent aber auch hier zu viele.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die komplette Studie gibt es hier (PDF).


USA Schlusslicht bei Informationskompetenz

Donnerstag, 29. November 2007

Wer geglaubt hat, dass die Vereinigten Staaten bei der Vermittlung von Informationskompetenz eine Vorreiterrolle inne haben, der hat sich getäuscht. Das zumindest lässt eine aktuelle Meldung aus mehreren amerikanischen Schulen vermuten. Dort hat man das Problem Wikipedia erkannt: Schüler übernehmen ungeprüft Texte aus der online Enzyklopädie und geben sie als eigene Arbeiten aus. Zur Lösung des Problems haben einige Schulen den Zugriff auf Wikipedia nun blockiert, schreibt derStandard.at.

TechRepublic ergänzt, dass Wikipdia aus Sicht der Lehrer „zu einfach zu nutzen sei“. Damit wird ein großer Vorteil der online und frei verfügbaren Informationen zum Nachteil erklärt.

Natürlich, Informationen dürfen nicht ungeprüft übernommen werden oder gar wörtlich abgeschrieben werden. Und natürlich enthält auch die Wikipedia immer mal wieder falsche oder widersprüchliche Informationen. Doch mit der erfolgten Zensur oder einem Verbot der Wikipedia für schulisches Arbeiten ist keinem geholfen. Das Problem ist nämlich nicht die Wikipedia, sondern die Informationskompetenz der Schüler: Das Überprüfen und Hinterfragen von Informationen muss so selbstverständlich werden wie die Tastenkombinationen Strg+C und Strg+V.

Und der Wahnsinn geht noch weiter: Ausgerechnet eine Schulbibliothekarin beklebt die Computer der Schulbibliotheken mit „Just Say ‘No’ to Wikipedia“-Aufklebern! Etwas mehr Kreativität hätte man sich schon gewünscht …

Glücklicherweise wird das Thema hier wie dort heftig diskutiert:

http://www.profy.com/2007/11/28/schools-move-to-ban-wikipedia-as-unverified-reference/

http://blog.seattlepi.nwsource.com/chalkboard/archives/126657.asp

http://derstandard.at/Text/?id=3129549&_view=forum